Kreditanfrage Voigtstraße 36
Die Kontaktdaten des Flyers sind leider nicht mehr aktuell, bitte unter Timm Sureau: 030-322955366 oder moiine@web.de melden.
Liebe Freunde und Freundinnen,
wir benötigen Eure finanzielle Hilfe.
Wir, das sind die BewohnerInnen des Hausprojektes Voigtstraße 36 („V36“) im Friedrichshainer Nordkiez.
Eines unserer Projekte im Haus ist der Ausbau und Kauf des linken
Dachgeschosses in der Voigtstraße 36.
Was ist das Hausprojekt V36?
Entstanden
ist das Projekt aus einer Gruppe von 15 Menschen (heute 34 Menschen), die den Wunsch hatten,
zusammen zu wohnen und zu leben. Zu ihren Grundideen gehörten der rege
Austausch untereinander und das gemeinsame Bewältigen von Problemen und
Aufgaben, sowohl persönlicher als auch organisatorischer, praktischer und
finanzieller Art.
Die
Gruppe entdeckte das baufällige Haus in der Voigtstraße in Berlin
Friedrichshain und handelte mit der damaligen Eigentümerin Ausbau-Verträge aus.
Im Sommer 1997 wurde mit der Instandsetzung begonnen.
In den Jahren 2000 bis 2002 wurde das Haus mehrere Male verkauft. 2002 erfolgte die Sanierung. Die BewohnerInnen wandten viel Zeit und Energie für Verhandlungen mit den neuen EigentümerInnen auf, um ihre Ideen und das Projekt auch weiterhin zu erhalten. Dafür nahmen sie auch die Zwischenumsetzung in ein anderes Haus in Kauf. Die Größe der angemieteten Wohnräume konnte durch geschickte Verhandlungen sogar verdoppelt werden.
Im November 2006 wurde das Dachgeschoss der Voigtstraße 36 verkauft. Nach langwierigen Verhandlungen gelang es, den neuen Eigentümer zum Verkauf zumindest der linken Dachgeschoss-Hälfte an die BewohnerInnen des Hausprojektes zu bewegen. Dort entstanden im letzten Jahr in Eigenarbeit eine neue große Wohnküche, drei neue Zimmer und eine Dachterrasse
Heute leben in der „V36“, verteilt auf drei Wohngemeinschaften 34
Menschen im Alter zwischen 1 bis 41 Jahren.
Die BewohnerInnen der V36 verfügen über unterschiedliche Ressourcen und
unterstützen sich gegenseitig: Conny
kann z.B. übersetzen, Hauke kennt sich mit Computern aus, Nina weiß, welche
Kräuter bei Magenbeschwerden helfen, Jens kann gut kochen ...
Seit
Jahren verteilen wir anfallende Arbeiten untereinander: Anna und Matthias
kümmern sich um die Finanzen und Frank schreibt der Hausverwaltung, Nora macht
die Telefonabrechnung, Hagen ist immer in Kontakt mit den Anwälten... Die
ersparte Zeit nutzen viele der Bewohnerlnnen, für die Mitarbeit in sozialen und
politischen Projekten.
So
engagieren sich BewohnerInnen der V36 für illegalisierte MigrantInnen, andere
machen Beratungsarbeit im MieterInnenladen, geben Training im linken
Sportverein „No Style Combat e.V.“, arbeiten mit in kritischen
Medienkollektiven, im Kiezcafe „Vetomat“ oder der Berliner Lauti-Gruppe, der
Initiative „Kubiz“ in Weißensee, im schwul-lesbischen Jugendverband „Lambda“,
der selbstorganisierten Filmschule „Arche“ - die Liste ließe sich lang
fortsetzen...
Oft veranstalten wir Parties und spenden den Erlös anderen Initiativen und Projekten. Es ist auch Anspruch des Hauses, sich nach außen zu öffnen. Deshalb finden in unserem Gemeinschaftsraum Treffen verschiedener Gruppen statt, werden Lesezirkel abgehalten und alternative Studienseminare. Unsere „Kellerbar“ öffnet immer am 1. Freitag im Monat und ist mittlerweile eine Institution. Außerdem haben wir eine kleine Umsonstbücherei, eine Food-Kooperative, mittels derer das Haus und etliche NachbarInnen und Freundlnnen ökologisch angebautes Essen von Bauern aus Brandenburg beziehen.
Wichtig für uns ist, dass das Haus soziale Kontakte und Rückhalt
bietet. Immer sind Menschen da, die zuhören können oder einen mal in den Arm
nehmen.
Die
V36 versucht, für sozial verträgliche Mieten zu sorgen, während in den Häusern
um uns herum stetig steigende Mieten dafür sorgen, dass die Wohnungen nicht
mehr bezahlbar sind. So ist es uns und anderen Menschen auch in Zukunft
möglich, zu erschwinglichen Preisen in der Berliner Innenstadt zu leben.
Welche Vorteile brachten Kauf und Ausbau des Dachgeschosses?
Ein Aspekt ist, dass wir durch den Kauf noch enger zusammenrückten.
Während der Bauphase trafen wir uns mehrmals wöchentlich um gemeinsam zu
phantasieren und zu planen. Der Raum, der uns und anderen nun zur Verfügung
steht, hat sich immens vergrößert, bezahlbarer Wohnraum für vier neue
MitbewohnerInnen entstand.
Mit
dem Kauf festigten wir den Stand unseres Hausprojektes. Zu den bereits
bestehenden 11 Mietverhältnissen kam durch den Kauf ein Eigentumsverhältnis
hinzu. Wir BewohnerInnen des Hausprojektes können nun über unseren Hausverein
(V36 e.V.), der Besitzer des Dachgeschosses ist, in der
EigentümerInnenversammlung der Voigtstraße mitbestimmen und so besser unsere
Interessen gegenüber den anderen WohnungseigentümerInnen und der Hausverwaltung
vertreten.
Nicht zuletzt hat das Dachgeschoss mit seiner allen zugänglichen, sonnigen Dachterrasse und der großen Wohnküche die Wohnqualität des Projektes deutlich verbessert. Dadurch wird das Hausprojekt „V36“ auch langfristig attraktiv bleiben. Etwa dann, wenn sich weitere Kinder ankündigen.
Warum benötigen wir Eure Hilfe?
Kauf und Ausbau der Dachgeschosshälfte mit einer Fläche von etwa 120
Quadratmetern kosteten 160.000 Euro. Diese Summe wurde über einen
Bürgschaftskredit der GLS-Bank sowie Direktkredite von FreundInnen der
BewohnerInnen aufgebracht und wird nun nach und nach über die Mieten der
BewohnerInnen abgezahlt. In Eigenregie haben wir den kompletten
Innenausbau
des Dachrohlings geleistet.
Leider benötigen einige unserer größten KreditgeberInnen schon jetzt ihr Geld zurück. Um unsere Mieten nicht weiter anheben müssen, suchen wir Menschen und Initiativen, die bereit sind, uns Geld zu einem solidarischen Zinssatz zu leihen.
Über Eure Hilfe und Unterstützung würden wir uns riesig freuen.
Liebe Grüße aus Friedrichshain
Eure Voigties